Feuergeister

Gespiegeltes Foto eines Feuergeistes

Ich liebe es, in ein flackerndes Feuer zu schauen und meinen Gedanken nachzuhängen. Beim wilden Spiel der züngelnden Flammen und dem heimeligen Knistern der Holzscheite komme ich zur Ruhe und gewinne Abstand vom Alltag. Feuer verbreitet aber nicht nur Ruhe und Behaglichkeit. Es verursacht auch verheerende Brände, denen Menschen, Häuser, Wälder und ganze Landstriche zum Opfer fallen.

Die Wissenschaft sagt, dass die Voraussetzung für die Entstehung und Aufrechterhaltung eines Feuers ein Brennstoff, ein Oxidationsmittel, wie etwa Sauerstoff aus der Luft, sowie die Überschreitung der Zündtemperatur des Brennstoffs ist. Ich sage, zu einem Feuer gehören auch Feuergeister.

Feuergeister, was soll man sich darunter vorstellen? Bevor ich sie auf einer meiner Trancereisen besuchte, wusste ich nur, dass sie in den Flammen leben, denn dort hatte ich sie schon ein paar Mal fotografiert. Damit erschöpfte sich mein Wissen.

Das erste, was ich in der Welt der Feuergeister sah, war ein Horizont in Flammen. Ein gigantisches Feuer tobte, aber es schien eine Grenze nicht überschreiten zu können.

„Wir haben es gefesselt“, sagt der Elb, der mich begleitete, „damit es nicht ungehindert wüten kann. Das sind die niederen Feuergeister, sie sind temperamentvoll und unkontrollierbar. Trotz unserer Maßnahmen entreißen sie manchmal und dann brennt auf der Erde ein Wald oder ein Landstrich. Oft werden sie auch von bösen Mächten befreit.“

„Wenn Mutter Erde eine Fläche abbrennen will, dürfen sie sich mit unserer Erlaubnis austoben. Sofern die wilden Kräfte losgelassen sind, können wir sie nicht zurückrufen, bevor das Werk vollbracht ist. Aber es gibt auch andere Feuergeister, die edel sind, großherzig, gütig. Aber auch sie haben nicht die Kontrolle über die wilden Elemente. Sie müssen sich ausleben, bevor sie wachsen können.“

Gespiegeltes Foto eines Feuergeistes
Gespiegeltes Foto eines Feuergeistes

Meine Begegnung mit den anderen Feuergeistern fand statt, nachdem meine Begleiter und ich uns vor der versengenden Kraft des Feuers geschützt hatten. Eine Feuerwalze rollte auf uns zu, aus den Flammen traten Feuergeister. Sie waren nahezu durchsichtig und hatten menschenähnliche Gestalten und Gesichtszüge. Es gibt sowohl weibliche als auch männliche Feuergeister.

Die Feuergeister gehörten zum Hohen Rat der Feuerwesen. Er hält Rat über alle Dinge, die die Gemeinschaft betreffen und über die Aufgaben, die die Feuergeister durchzuführen haben. Er hat Kontakt zu Mutter Erde, die ihm sagt, wo ein Brand entstehen soll. Der Hohe Rat kontrolliert diese Feuer und achtet darauf, dass der Brand sich nicht ungewollt ausbreitet. Unterstützung erhalten die Feuergeister bei ihrer Arbeit von den Feuerelfen. Doch dazu mehr an anderer Stelle.

 Eines der Feuerwesen übernahm das Wort: „Wo die Flammen fertig sind und der Wind die Asche weggeweht hat, ist alles Weiß. Feuer reinigt. Es gibt keinen Grund, es zu verdammen. Es frisst das Schlechte, zurück bleibt die Reinheit. Wenn bei euch auf der Erde ein Wald brennt – was nicht immer gewollt ist – ist auch das eine Reinigung. Das Feuer zerstört Altes und schafft Platz für Neues.“

„Ihr habt Angst vor dem Feuer, weil es euch verbrennen und töten kann. Aber es gibt tausende von Möglichkeiten, zu sterben. … Darum gibt es keinen Grund, vor dem Feuer Angst zu haben, zumal ihr es weitgehend kontrollieren könnt. Ihr habt auf eurem Planeten das Einzige, was uns wirklich bremsen kann: Ihr habt Wasser.“

„Nur Wasser kann dem Feuer Einhalt gebieten. Der Sturm kann uns auf ein Gebiet zurücktreiben, in dem nichts mehr brennen kann, aber Wasser ist unser Feind – und gleichzeitig unser Freund“, fügt der Feuergeist nach einer kurzen Pause hinzu.

„Wenn böse Mächte ein ungewolltes Feuer entfachen, löscht das Wasser diesen Brand. Leider löscht es auch die gewollten Brände – darum ist es Freund und Feind zugleich.“

„Wenn es bei euch brennt, zum Beispiel ein Haus in Flammen steht, ist es Vorsehung. Nichts passiert durch Zufall – außer einem unserer mächtigen Feinde gelingt es, die magische Grenze zu überschreiten und einige von unseren unterentwickelten Freunden frei zu lassen. Dann kann es passieren, dass ein Feuer nicht Bestimmung ist, aber im Allgemeinen ist es vom Schicksal geplant und wir sind die Handlanger der Vorsehung. Auch wenn euch ein Blitz trifft, ist es im Buch eures Lebens geplant.“

 „Das Feuer gehört zur Erde. Die Menschheit ist erst durch das Feuer gewachsen. Auf ihm kocht ihr Nahrung und es wärmt euch im Winter.“ …

„Das Feuer hat eine gewaltige Kraft, es ist machtvoll und kann alles vernichten, aber wir lieben die Menschen und wollen sie nicht zerstören. Doch wenn wir einmal brennen, können uns nur Wasser und der Wind stoppen.“

Paracelsus hat Feuergeister den Elementarwesen zugeordnet und ihnen den Namen Salamander gegeben, die Feuergeister lehnen diesen Namen ab. Sie möchten von den Menschen nur Feuergeister oder Feuerwesen genannt werden.

Die Feuergeister haben verschiedene Gesellschaften. Zum einen gibt es jene, die kontrolliert brennen und im Auftrag von Mutter Erde und der Vorsehung tätig sind. Sie sind die harmloseste Gesellschaft. Zum anderen gibt es die geistig-seelisch tätigen Feuergeister und zum Schluss eine Gesellschaft, deren Mitglieder man als „gefallene Feuergeister“ bezeichnen kann, weil sie zum Bösen übergelaufen sind. Diese Feuergeister haben keinen eigenen Willen mehr. Sie sind Befehlsempfänger, denen egal ist, was brennt.

 Feuergeister leben viele Millionen Jahre, aber sie sind sterblich. „Wie sollten wir wiedergeboren werden und uns weiterentwickeln, wenn wir nicht sterblich wären? Wir sterben nicht, wenn die Flamme erlischt. Ihr Wesen, der Geist des Feuers, bleibt erhalten. Wir können aber ohne die Flamme nicht lange leben, darum müssen wir sofort gehen, wenn wir gelöscht wurden. Das ist normalerweise kein Problem. Zeit und Raum spielen keine Rolle.“

Was können die Menschen von den Feuergeistern lernen?

„Feuer reinigt, es hilft euch, die Angst zu überwinden. Wer keine Angst vor Feuer hat und gezielt mit ihm umgeht, lernt und wird weise. Schaue in ein Kaminfeuer und fange an zu träumen. Das Feuer erzählt euch Geschichten. Ihr könnt zu euch selbst reisen bei einem Blick in die Flammen. Ihr könnt euch selbst vergessen und euch finden. Ihr müsst nur intensiv genug in dieses Feuer schauen.“

„Wenn Menschen uns bitten, sind wir sehr hilfreich. Ihr könnt Feuer immer dann benutzen, wenn ihr etwas reinigen wollt. Ein Feuerritual ist schnell gemacht. Wir kommen, wir reinigen, wir helfen. Wir reinigen auch eure Gedanken, wenn ihr darum bittet. Ruft uns, wenn ihr Kraft und klare Gedanken braucht. Reinheit und Klarheit sind unsere Ideale. Dafür muss Altes brennen – auch in euch. Für diese seelisch-geistige Hilfe sind unsere Brüder und Schwestern zuständig.“ …

Die Warnung der Feuergeister

„Zum Abschluss unseres Gesprächs möchte ich euch warnen. Ich möchte euch davor warnen, die Waffen zu benutzen, die ihr Atombomben nennt. Sie entfachen das Feuer des Bösen, es ist nicht aufzuhalten und nicht mehr zu löschen. Wenn eine Bombe fällt, werden alle ihr Arsenal öffnen – und es verfügen mehr Länder über diese Bomben, als ihr glaubt oder wisst …“

„Die Mächtigen sind dabei, die Erde kaputt zu machen. Ihr ‚normalen‘ Menschen, erhebt eure Stimme und sagt ‚nein, jetzt ist Schluss‘. Warnt alle davor, diese Bomben zu benutzen. Es wäre das Ende der Menschheit, davon kann sie sich nicht erholen. – Das war die Botschaft der Feuergeister.“

Teile des Textes wurden auszugsweise dem Buch „Elfen, Götter, Feuergeister“ entnommen.

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