Elben

Ein Elb mit einer Botschaft

Hüter der Weisheit

Wenn man heute von Elben spricht, stößt man häufig auf Unverständnis. Die meisten Menschen denken, dass Elfen und Elben das gleiche sind und das Wort „Elbe“ nur veraltet ist. Das ist jedoch falsch. Die Elben sind das älteste Volk auf der Erde, sie werden in der Edda erwähnt und stehen dort zwischen Göttern und Menschen. Die Elben sind das höchste Volk unter den Naturwesen und dürfen nicht mit den Elfen verwechselt oder gar mit ihnen gleichgesetzt werden (siehe dazu auch: Vom englischen „Elf“ und dem deutschen „Elb“). Tolkien hat zum Beispiel darauf bestanden, dass in der deutschen Übersetzung von „Herr der Ringe“ das englische Wort „Elves“ in „Elben“ übersetzt wurde. Er wusste wahrscheinlich, warum …

 Da die Elben im Bewusstsein der meisten Menschen nicht mehr vorhanden sind, habe ich mich besonders über die Einladung gefreut, sie zu besuchen, um den Menschen von ihnen zu berichten. Der Beginn meiner Reise war spannend und endlich war ich bei den Elben angekommen. Ich wurde von Novizen empfangen, die menschlich aussahen. Sie waren jung und groß. Ihr lockiges Haar war dunkelblond, sie trugen graue Gewänder in der Art, wie sie früher Beduinen trugen. Sie brachten uns zu einem Heiligtum in ihrer Stadt in der Anderswelt.

In der Mitte des Heiligtums steht ein Sockel, auf dem ein mächtiger Kristall ruht. Er sieht aus wie der Kristall, der von Atlantis beschrieben wird – ein Supercomputer, der das Wetter regulieren und ungewöhnliche Dinge kann. Es ist der Kristall von Atlantis.“

Der Hohe Priester und die Hohe Priesterin sind zu uns getreten. „Wir haben den Kristall gerettet, jetzt leuchtet und unterstützt er uns und wir speisen ihn mit unserem Wissen.“

Die Hohen Priester sind schöne, ältere Elben. Sie machen einen edlen, ehrwürdigen Eindruck. Sie führen uns in einen Bereich, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Er hat etwas Geheimnisvolles, Mystisches …

„Wir sind die Bewahrer des Wissens der Welt aus allen Zeiten. Dies ist der Ort, an dem es gehütet wird.“

Unzählige Schrifttafeln umgeben uns, sie scheinen aus Schiefer zu sein. Es gibt auch Abteilungen mit Papyrusrollen und Büchern. Auf einem Schild lese ich „Bibliothek von Alexandria.“ Diese berühmte Bibliothek, die für immer für die Menschheit verloren ist, wurde in die Anderswelt gerettet! Eine Abteilung ist mit „Vatikanbibliothek“ beschriftet. In einem weiteren Raum befinden sich die in Stein geschriebenen Bücher des Schicksals jedes Menschen.

„Es gibt keine Schrift bei euch, die wir nicht hüten. Wir haben den Wissensschatz auch im Kristall gespeichert, sodass wir jederzeit darauf zugreifen können. Die Steintafeln sind empfindlich und können zerbrechen.“

Wir erreichen einen Tempelbezirk, der Fröhlichkeit ausstrahlt. Eine irdische Szenerie mit Libellen, Wasser, Gras und Blumen nimmt meinen Blick gefangen und mein Herz geht auf, als ich Elfen spielen sehe. „Wir haben einen Park der Welten“, erklären die Elben, „dies ist der Garten der Erde. Von jedem bewohnten Planeten kannst du im Park kleine Momentaufnahmen sehen.“

Das nächste Ziel ist ein gigantisches Tor, das mich an das Ishtar-Tor im Berliner Pergamon-Museum erinnert. Dahinter befindet sich ein großer Saal, in dem sich Elben versammelt haben. Mein Blick wird von einem mächtigen Thron angezogen, der darauf sitzt, duldet keinen Widerspruch …

„Da irrst du!“ Ein Elb tritt auf mich zu.Ich bin Heinrich, der Kronprinz. Komm, mein Vater möchte mit dir reden.“

Hinter dem Thron tritt ein Elb vor, er ist kein Mann und keine Frau, er ist beides! Der König der Elben ist gleichzeitig die Königin – das Männliche und das Weibliche in einer Person. Ich kann zwei Köpfe ahnen, die sich wieder zusammenfügen. Weil es für mich einfacher ist, mit jemandem zu reden, der einem Menschen ähnelt, hat sich der König für den Mann entschieden.

Ich überreiche dem König als Gastgeschenk ein Schwert und einen Korb mit Heidelbeeren, das hatten sich die Elben im Vorfeld gewünscht. Ein Diener trägt das Schwert fort, der Korb wird in die Runde gereicht, jeder darf sich nehmen.

Ich danke für deine Geschenke. Das Schwert ist ein Ehrengeschenk. Wir sammeln die Waffen in einer speziellen Kammer. Früher hatten wir kaum Platz für die Ehrengaben, doch jetzt kommt nur noch selten jemand vorbei. Die Menschen haben uns vergessen. Für euch sind wir Elfen.“ Er ist amüsiert. „Wir sind keine Elfen!“

„Wir sind die Herrscher über die Wesen, die ihr Naturwesen nennt, und über jene, die wir Lichtwesen nennen. Wir sind das oberste Volk und jeder bringt uns Respekt entgegen.“

„Wir sind die Hüter der Weisheit und Lehrer aller Naturwesen und Feen. Wenn es sein muss, kämpfen wir und verteidigen unser Reich und seine Bewohner, egal, ob es Riesen, Gnome, Feen oder Devas sind, denn auch sie gehören zu unserem Reich.“

„Wir sind die Elben, das erste Volk auf der Erde. Wir sind so alt wie die Erde selbst, geschaffen von der Göttin noch vor den Menschen. Wir haben das Terrain bereitet, damit der Mensch kommen konnte, doch er war undankbar, hat uns verraten, bekriegt, vergessen. Er wollte nicht, was wir ihm gaben, er wollte alles! Nachdem ihr aus dem Elb eine Elfe gemacht habt, verschwinden wir sogar aus eurem Bewusstsein. Auch die Engländer und Amerikaner wissen nicht mehr, dass ein ‚elf ‘ ein Elb ist,8 Sie haben es verdrängt, sie glauben nicht mehr.“

„Wir sind traurig, wir hätten auf der Erde viel zu tun, aber ihr lasst uns nicht, weil ihr nicht an uns glaubt und uns nicht bittet. Das ist ein Prinzip: Wir müssen gebeten werden, sonst können wir nichts für euch machen.“

„Zusammen könnten Elben und Menschen viel erreichen. Doch euch geht es nur um Geld, Macht und Anerkennung. Ich freue mich über Besucher wie dich, die mir zeigen, dass es auch andere Menschen gibt, und ich höre manchmal Stimmen aus eurer Welt, die mir Hoffnung machen, dass sich etwas ändern wird.“

„Die Elben leben in einer Welt, die energetisch höher ist als die der Feen und Elfen. Wir haben Feinde. Es sind Kräfte, die uns von der Erde abschneiden möchten. Wenn es zu viele werden, müssen wir die Schwerter nehmen, die in unserer Kammer hängen, doch bei jedem Streich, der den Feind trifft, zerbricht ein Schwert. Wir haben nicht mehr viele. Wir brauchen Nachschub und den können uns nur Menschen liefern. Es müssen uns wieder mehr Menschen besuchen, damit wir Schwerter bekommen. Wir geben euch nicht auf und überlassen euch nicht diesen grauen Gestalten!“

„Du fragst dich jetzt, was das für Gestalten sind und wie sie heißen. Es sind die Kräfte des Bösen, aber ich mag dir nicht ihren Namen nennen, du würdest darunter etwas anders verstehen als wir. Wir müssen erst wieder lernen, die gleiche Sprache zu sprechen.“

Der König macht eine Pause und ich schaue mich um. Die Versammlung besteht aus Männern und Frauen, alle lassen sich die Heidelbeeren schmecken. Trotz der zufrieden wirkenden Gesichter ist die vorherrschende Farbe Grau. Warum?

„Weil wir das Lachen verlernt haben, als man uns nach und nach von der Erde vertrieben hat. Einige von uns sind noch dort. Auf Island, in Irland und Skandinavien, aber auch in den Rocky Mountains kannst du noch Elben treffen. Wir sind nicht mehr viele auf der Erde, aber die Elfen arbeiten noch dort, die Gnome, Trolle und viele andere Naturwesen. Sie brauchen unsere Anleitung. Ihre Lehrer harren noch auf der Erde aus und haben an unterschiedlichen Standorten Schulen für die Naturwesen, die in ihrer Obhut sind. In Österreich zum Beispiel sind es die Gnome und Bergtrolle.“

„Es wird Zeit, dass die Menschen wieder an uns glauben, an die Naturwesen, an all die Wesen der Anderswelt, die ihnen zur Seite stehen.“ …

Wir haben Macht und Magie, beides stellen wir euch für gute Zwecke zur Verfügung wenn ihr an uns glaubt.“

Das war ein Abschied! Er ist fort. Das ist ein Beispiel seiner Magie, sich unsichtbar machen. Heinrich lacht:

Mein Vater-Mutter, er ist witzig – oder sie.“ Heinrich ist auch ein Er/Sie. Er hat sich momentan für das Er entschieden. Die Elben sind alle Er/Sies und entscheiden von Mal zu Mal, was sie sein möchten. Es ist unheimlich, sie zeigen mir, wie sie ihr Geschlecht wechseln, männlich-weiblich, weiblich-männlich.

Wir sind alle eins.“

Mich interessiert zum Schluss noch, wie der Staat der Elben organisiert ist. „Die Elben sind ein Königreich, in dem der Titel von Generation zu Generation vererbt wird. Wenn der König schlecht regiert, kann er abgewählt werden. Es ist in der Vergangenheit schon vorgekommen.“

Eigentlich brauchen die Elben keinen König oder eine Königin. Sie sind so hoch entwickelt, dass sie nicht mehr regiert werden müssen, aber sie machen das in Erinnerung an alte Zeiten und weil sie ein bisschen Prunk spaßig finden – vor allem imponiert das die Besucher.

Teile des Textes wurden auszugsweise dem Buch „Elfen, Götter, Feuergeister“ entnommen.

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